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Aktive Katerbekämpfung nach den Silvesterpartys hat bei den Sportfreunden Rathlosen seit Jahrzehnten Tradition: Erneut spielten am Neujahrstag im "Flintenberg-
Stadion" die Ledigen gegen die Verheirateten Fußball, ließen sich auch von der dicken Schneedecke nicht einschüchtern.
Sulingen - RATHLOSEN (ab) · „Wir nehmen das Kleinfeld, auf dem großen Platz haben wir im Sommer angesät – und da stehen keine Tore, das sähe ja doof aus“, grinst Vorsitzender Klaus Dieter Wientjes.
Jeder satte Schuss war mit dekorativem Schneegestöber verbunden.
Das Fußballspiel Ledige gegen Verheiratete am Neujahrstag, das der aktiven Katerbekämpfung und vor allem dem Spaß an der Freud dient, hat bei den Sportfreunden Rathlosen eine lange Tradition – genauso wie die Diskussion, wie lange diese Tradition eigentlich besteht. Man einigt sich: 1974 kam es zur ersten Neujahrsbegegnung im „Flintenberg-Stadion“, initiiert von Heinz Kühling. „Und ausgerechnet er zog sich gleich einen Waden- und Schienbeinbruch zu“, erzählt Wientjes. „Das war aber nicht im ersten Jahr, erst im dritten oder vierten“, ergänzt Wilhelm Rabbe. „Damals lag auch Schnee...“
Die prächtige Schneedecke sorgt bei den eintrudelnden Akteuren doch für gewisse Skepsis. „Willst du echt spielen lassen?“ Oh ja, da lässt Klaus Dieter Wientjes keine Zweifel aufkommen: „Natürlich, das ist doch Tradition!“ Von Argumenten wie „Der Ball läuft doch keine zwei Meter...“ lässt er sich auch nicht beirren und schickt Sportfreunde mit der Schneeschaufel und Pylonen los, um die Seitenlinien sichtbar zu machen. Immer mehr Zuschauer finden sich ein, heizen mit Glühwein und Kaffee an der Bude mit angebauter Schneebar, mancher zieht ein kühles Bierchen vor. Irgendwie finden sich mehr Junggesellen als Ehemänner ein, „na ja, die Verheirateten kommen eben in ein Alter, wo sie lieber zugucken. Notfalls werden die Teams ein bisschen gemixt.“
Anpfiff, die Mannschaften lassen bei der Hatz nach dem runden Leder (das entsprechend getreten übrigens doch deutlich weiter läuft als zwei Meter) ordentlich Schnee fliegen. Und weil trotz Ehrgeiz (und leichten Kopfschmerzen bei manchem Spieler) die Gaudi im Mittelpunkt steht, werden Gegner auch gerne mal „eingeseift“. Nach langer Siegesserie der Ledigen hatten bei den letzten beiden Partien die Verheirateten die Nase vorn – es wird spannend: Nach der regulären Spielzeit steht es 3 : 3. Das Elfmeterschießen (das auch bei deutlichem Ergebnis Usus ist) gewinnen schließlich die Ledigen, Endstand 5 : 4.
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